Kommunikation mit Menschen mit Demenz – wie Sie sich effektiv verständigen- Teil I
Fürsorge für einen Menschen mit Demenz ist wie das Erlernen einer neuen Sprache – der Sprache der Emotionen, Gesten und des Schweigens. Es ist ein komplexer Kommunikationsprozess, bei dem Achtsamkeit, Geduld und Einfühlungsvermögen am wichtigsten sind.
Denken Sie daran: Sie müssen das nicht allein tun. Im ersten Teil finden Sie die ersten 6 Ratschläge, wie Sie mit einem Menschen mit Demenz umgehen können.
1. Sprechen Sie langsam, einfach und ruhig
Menschen mit Demenz brauchen mehr Zeit, um Gesprochenes zu verarbeiten. Sprechen Sie in kurzen, klaren und ruhigen Sätzen. Vermeiden Sie komplexe Sätze oder offene Fragen. Fragen Sie besser: „Möchten Sie ein Sandwich oder eine Suppe essen?“, statt: „Worauf haben Sie Appetit?“
Warum das funktioniert? Die Degeneration von Hirnstrukturen wie dem Temporallappen oder dem Hippocampus beeinträchtigt die Fähigkeit, Sprache zu verstehen. Einfache Botschaften erleichtern den Kontakt und verringern Frustration.
2. Sorgen Sie für eine geeignete Umgebung
Wenn Sie mit einer demenzkranken Person sprechen, schalten Sie das Radio aus, schließen Sie das Fenster und stellen Sie Ihr Telefon stumm. Lärm kann Verwirrung stiften. Setzen Sie sich ihr gegenüber auf Augenhöhe und sorgen Sie für gute Beleuchtung. Manchmal reicht schon ein wenig Stille, damit ein Gespräch beginnen kann.
3. Nutzen Sie die Körpersprache
Gesten, Mimik, Tonfall – sie vermitteln mehr als die Worte allein. Ein Lächeln, ein Kopfnicken, eine offene Haltung – all das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Menschen mit Demenz spüren Anspannung und Unehrlichkeit sehr gut, auch wenn sie die Bedeutung der Worte nicht verstehen.
4. Verbessern oder widersprechen Sie nicht
Wenn Ihre Mutter sagt: „Ich muss zur Arbeit gehen“, obwohl sie schon in Rente ist, korrigieren Sie sie nicht. In ihrer Welt sind Gefühle wichtiger als Fakten. Dieser Satz kann das Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit ausdrücken.
Statt zu widersprechen, fragen Sie: „Was haben Sie denn heute bei der Arbeit zu tun?“ oder „Was mochten Sie am liebsten?“ Das kann schöne Erinnerungen wecken und ein Gefühl der Identität vermitteln.
Widerspruch kann Angst und Wut auslösen. Folgen Sie lieber den Gefühlen der Person. Was für Sie ein Fehler ist, ist für sie die einzige Realität.
Möchten Sie mehr über ihre Realität erfahren? Lesen Sie unsere anderen Artikel.
5. Wiederholungen geben ein Gefühl von Sicherheit
Da Demenz das Zeit- und Raumgefühl beeinträchtigt, sind Wiederholungen und Vorhersehbarkeit entscheidend. Verwenden Sie für alltägliche Routinen immer dieselben Worte, wie „Zeit fürs Mittagessen“. Solche festen Sätze geben der Person Halt.
Veränderungen können Angst und Aggression auslösen. Beständigkeit bedeutet Ruhe. Ein konstanter Tagesrhythmus – z. B. immer zur gleichen Zeit aufstehen und frühstücken – hilft, sich zu orientieren, selbst wenn die Person sich nicht mehr an Wochentage oder Namen erinnert.
6. Zeigen statt reden
Statt zu reden, zeigen Sie, was Sie meinen. Anstatt zu sagen „Gehen wir in die Küche“, weisen Sie mit der Hand auf die Tür. Zeigen Sie die Kleidung, statt zu fragen „Möchten Sie sich umziehen?“.
Für Menschen mit Demenz sind Gesten, Mimik und Bilder verständlicher als Worte, weil ihre Fähigkeit, Körpersprache zu lesen, länger erhalten bleibt. Geben Sie auch visuelle Optionen, indem Sie zwei Dinge in der Hand halten und fragen: „Das oder das?“.
Bewegung, Bilder und Berührung sind Ihr Notfallplan, wenn Worte nicht mehr ausreichen. Fügen Sie diese Elemente der Sprache hinzu, um das Verständnis zu stärken. Ein warmer Blick und eine offene Hand können oft mehr sagen als tausend Worte.
Ihre Mutter wird vergesslich. Ihr Vater wiederholt sich ständig. Sie möchten helfen – aber wissen nicht wie? In unserem kostenlosen Webinar erfahren Sie:
- wie Sie das Verhalten bei Demenz besser verstehen
- wie häusliche Betreuung konkret funktioniert
- und was Ihnen als Angehörige:r jetzt gut tut
Donnerstag, 18.09. | 18:00 Uhr | Online
Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich Ihren Platz: https://aterima-care.de/webinar/demenz_verstehen

Fazit
Kommunikation mit einem demenzkranken Menschen mag auf den ersten Blick eine große Herausforderung sein, aber wie Sie gesehen haben, sind es oft die einfachen Dinge, die den größten Unterschied machen. Es geht darum, die Logik beiseitezuschieben und sich auf die Gefühle, Gesten und die Stille zu konzentrieren. Mit Geduld, Achtsamkeit und Empathie können Sie eine tiefere Verbindung herstellen und die alltägliche Kommunikation erleichtern.
Doch das ist erst der Anfang.
In Teil 2, der nächste Woche erscheint, werden wir weitere wichtige Aspekte der Kommunikation mit Demenzkranken behandeln, darunter den Umgang mit Aggressionen und wie Sie die Erinnerung durch Musik und Geschichten nutzen können. Seien Sie dabei, um Ihre Fähigkeiten weiter zu stärken und die Pflege leichter zu machen.
rekrutiertes
und geprüftes Personal
(ab 3 Tage nach
Anforderung)
Pflegefachteam