Kommunikation mit Menschen mit Demenz – Teil II: Praktische Strategien für den Alltag.
Dieser zweite Teil des Artikels über die Kommunikation mit demenzkranken Menschen vertieft die Strategien zur Bewältigung komplexer Situationen. Er behandelt Themen wie den Umgang mit Wut und Aggression, die Anpassung der Kommunikation an verschiedene Krankheitsstadien und die Nutzung multisensorischer Elemente – Sehen, Tasten, Riechen, Hören – um den Kontakt zu stärken.
Der Text betont zudem die Bedeutung von Empathie, Humor und der Validierung von Gefühlen als grundlegende Werkzeuge für eine effektive Verständigung, selbst wenn Worte versagen. In diesem Teil widmen wir uns den nächsten wichtigen Schritten für die Praxis, von Punkt 7 bis 14, um Ihnen eine noch tiefere Ebene der Unterstützung zu bieten.
Strategien zur effektiven Kommunikation (2)
7. Reagieren Sie mit Ruhe auf Wut und Angst
Manchmal werden Menschen mit Demenz verbal oder körperlich aggressiv. Meistens geschieht dies nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Hilflosigkeit. Reagieren Sie nicht mit Wut. Prüfen Sie, ob sie hungrig oder müde sind oder Schmerzen haben. Atmen Sie tief durch. Ihre Ruhe kann sie beruhigen.
8. Passen Sie sich dem Krankheitsstadium an
In den Anfangsphasen ist sich die Person ihrer Schwierigkeiten vielleicht bewusst – dann sind Feingefühl und Respekt wichtig. In fortgeschrittenen Stadien zählen Anwesenheit, Tonfall und Berührung mehr als Worte. Es muss nicht immer ein Gespräch sein. Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein.
Die Art der Begleitung wird von den Beraterinnen und Beratern von ATERIMA CARE individuell und einfühlsam an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.
9. Erinnerungen als Schlüssel zum Kontakt
Gemeinsam Fotos anzusehen, Musik aus der Jugend zu hören oder über die Kindheit zu sprechen – das kann eine Brücke zur Verständigung sein. Das Langzeit- und Emotionsgedächtnis bleibt oft lange erhalten. Lassen Sie Erinnerungen neue Momente der Nähe schaffen.
10. Die Rolle der Multisensorik in der Kommunikation
Der verbale Kanal ist oft geschwächt, aber andere Sinne können aktiv bleiben. Es lohnt sich, diese zu nutzen:
Sehen: Verwenden Sie Tafeln mit Bildern oder Piktogrammen, die die Wahl erleichtern.
Tasten: Sanftes Streicheln der Hand, Händchenhalten, Umarmungen können ein Gefühl der Sicherheit geben, sofern sie akzeptiert werden.
Riechen und Schmecken: Vertraute Gerüche – Lieblingsparfüm, der Duft von Speisen aus der Kindheit, Kaffee – wecken Erinnerungen und Gefühle.
Hören: Musik, Singen, rhythmisches Klopfen auf den Tisch – all das kann eine Form des Kontakts und der Therapie sein.
11. Humor und Spaß sind wichtig
Demenz bedeutet nicht das Ende der Freude. Lachen baut Spannungen ab und kann für einen Moment die Normalität wiederherstellen. Gemeinsame Witze, lustige Situationen oder ein Duett beim Singen sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen.
12. Sich wiederholende Fragen und Aussagen
„Wie spät ist es?“, „Wann kommt Marek?“ – diese Fragen können im Laufe des Tages mehrmals gestellt werden. Anstatt jedes Mal dieselbe Antwort zu geben, versuchen Sie, die Aufmerksamkeit abzulenken, indem Sie zum Beispiel eine gemeinsame Aktivität vorschlagen. Sie können auch das Gefühl bestätigen: „Marek kommt bestimmt bald. Sie vermissen ihn sehr, nicht wahr?“
13. Gefühle validieren
Aktives Zuhören bedeutet nicht nur Stille und Aufmerksamkeit. Es bedeutet auch, Gefühle anzuerkennen, auch wenn die Äußerung des Demenzkranken von der Realität losgelöst zu sein scheint. Statt zu widersprechen, benennen Sie das Gefühl: „Ich sehe, dass Sie sich Sorgen machen. Sie müssen große Angst um die Kinder haben.“ – das schafft Vertrauen.
14. Nonverbale Kommunikation bei fortgeschrittener Demenz
Wenn Worte nicht mehr funktionieren, bleiben Anwesenheit, Tonfall und Berührung. Sanftes Massieren der Hände, gemeinsames Betrachten von Bilderbüchern, das Singen einfacher Lieder – das sind Werkzeuge, die die Sprache ersetzen können.
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Wo Sie in Deutschland Hilfe finden
Wenn Sie in Deutschland leben, können Sie die Hilfe lokaler Organisationen in Anspruch nehmen:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. – www.deutsche-alzheimer.de
Alzheimer-Telefon: 030 259 37 95 14
Lokale Pflegestützpunkte – bieten Informationen zu Leistungen und Unterstützung an.
Caritas, Diakonie, AWO – führen Tagespflege, Beratung und Selbsthilfegruppen durch.
Einfache Übungen, die Sie sofort umsetzen können
Aktives Zuhören: 10 Minuten am Tag, ohne zu unterbrechen. Bestätigen Sie die Worte und Gefühle.
Gemeinsame Aktivität: Kochen, Wäsche falten – kommentieren Sie, was Sie tun.
Erinnerungsalbum: Fotos mit Bildunterschriften. Blättern Sie gemeinsam durch und fügen Sie neue hinzu.
Kommunikationstagebuch: Notieren Sie, was funktioniert, was nicht, wann ein Gespräch gelingt. Das hilft Ihnen, Muster zu erkennen und besser zu reagieren.
Demenz nimmt dem Menschen nicht seine Menschlichkeit. Die erkrankte Person fühlt, liebt, sehnt sich und empfindet weiterhin. Ihre Worte, Gesten, Ihr Tonfall – all das ist von Bedeutung. Und auch wenn die Gespräche anders sein werden als früher, können sie immer noch schön sein.
Bitte beachten Sie! Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei größeren Schwierigkeiten wenden Sie sich an einen Facharzt.
FAZIT
Die Fortsetzung des Artikels zeigt, dass die Kommunikation mit einem demenzkranken Menschen weit über das Sprechen hinausgeht. Sie lehrt uns, wie wir mit Aggressionen umgehen, indem wir ruhig bleiben und nach den Ursachen suchen, und wie wir uns flexibel an das Stadium der Krankheit anpassen. Der Text hebt hervor, dass Erinnerungen und Multisensorik – sei es durch Musik, Berührung oder Gerüche – eine kraftvolle Brücke zur Vergangenheit und ein Weg sind, um eine tiefere Verbindung herzustellen. Humor und die Validierung von Gefühlen werden als unverzichtbare Werkzeuge für den Aufbau von Vertrauen und die Stärkung der Beziehung hervorgehoben. Der Kern der Botschaft ist, dass die Menschlichkeit eines demenzkranken Menschen immer erhalten bleibt. Selbst wenn Worte nicht mehr funktionieren, bleiben Zuneigung, Berührung und Präsenz die wirksamsten Formen der Kommunikation.
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